| Download > Texte > Chronik der Chaoten Die Highlander-Filmserie hat ihr Ende erreicht. Grund für die H&A-Redaktion ihren Werdegang nochmals revue passieren zu lassen. Und wer könnte dies besser machen, als derjenige die Highlander einst aus der Taufe gehoben hat: Robert Amper alias Captain Norad. Alles begann mit drei Personen, die sich die Uniformen aus den Star Trek Kinofilmen anfertigen ließen.
Zuerst waren da nur Christian "Sito" Kaltenecker und... ich...Später dann lernte ich Andrea Weineck kennen, die - als sie mich das erste mal in meiner "Kinojacke" sah - lachend zusammenbrach. Nach nicht allzulanger Zeit war sie die dritte im Bunde der Rotjacken. Unser erster gemeinsamer Auftritt war in einer Star Trek Nacht in einem Münchener Kino (dem Cinema, für alle, die's genau wissen wollen...) Auftritt deshalb, weil die Kinobesucher bei unserem Erscheinen spontan applaudierten. Das taten sie aber wohl nur, weil sie - wie sich später herausstellte - dachten, wir drei wären Vertreter von Paramount Pictures! So kann's gehen. Damals gab es aber noch keine Highlander, und Norad hieß noch nicht mal Norad (abgesehen davon war er sogar noch Commander)! Irgendwann erschien eine Anzeige in einem SF Magazin: "Star Trek Convention in Hamburg, Con Course 3". Wir waren uns schnell einig, das mal auszuprobieren. Gesagt, getan, angemeldet. Bald kamen auch die Anmeldepapiere mit einer Frage, die uns vor Probleme stellen sollte. Auf die Con-Ausweise sollte der "Charactername" und das Schiff eingetragen werden. Da war guter Rat teuer. Wie sollte denn das Schiff nun heißen? Welche Art Schiff? Das waren die Positionen schnell klar. Andrea meinte "Forschungsschiff" ich meinte... nun, ihr wißt, was ich meinte... Nachdem also klar war, daß die Highlander ein Zerstörer ist, ein Kriegsschiff, ging es nur noch um den Namen. Rainbow, Avenger, Sixpack (dazu später mehr!), Fizzlibuzzli, Highlander, Agamemnon, Lexington und eine Menge mehr unsinniger Krempel. Stellt euch mal vor, wir hätten gesagt "Fizzlibuzzli" - konnte ja keiner ahnen, wie bekannt das Projekt werden würde... SAT.1 präsentiert die Abenteuer der Fizzlibuzzli! Alles klar? Bei dieser Gelegenheit wurden auch die "Aliasnamen" festgelegt. Aus mir wurde "Commander Norad", aus Sito "Captain Sito" und aus Andrea "Lt. Commander Myota" (Nein, nein - kein Schreibfehler...! Damals noch mit runden Ohren und ohne "T") Jedenfalls waren wir auf der Con angelangt, und schnell bekannt wie die bunten Hunde. Am Freitag Abend war "Sito" Admiral, ich selbst Captain und Andrea Erster Offizier. Was für eine Karriere! Jetzt zu den Filmen. Andrea, Sito und ich waren am Samstag Abend im "Phantom der Oper". Natürlich uniformiert... Am Abend dann saßen wir zusammen in der Wohnung eines lieben Freundes von mir, dem "Noug Man" oder "Nougie", der uns seine Wohnung für dieses Wochenende zur Verfügung gestellt hatte und sponnen ein paar Szenen durch. Wie lustig es sei, einen Captain zu haben, der ständig dicht sei (Captain Bundy von der U.S.S. Sixpack...), einen notorischen Frauenhelden, der eigentlich allem und jedem auf die Nerven geht und nichts - aber gar nichts kann. Captain Norad war geboren (zumindest der für den Film). Die Highlander waren zu dritt nach Hamburg geflogen und zu acht(!) zurück gekommen. Der Grundstein war gelegt. Irgendwann kam dann der Gedanke an einen kurzen Film - im Sinne des vertrottelten Norad, der in Hamburg entstanden war- wieder auf. Er sollte ca. 15 Minuten dauern, war aber am Ende doch 34 Minuten lang. Die Handlung war schnell erklärt und geschrieben. Der ganze Film war im Prinzip ein Rückblick (ähnlich dem Aufbau des vierten Teils), in dem sich der kommandierende Offizier der Highlander, Captain Stone (der ebenfalls im vierten Teil als Chief Admiral wieder auftaucht), an die Ereignisse von vor drei Jahren erinnert, als Norad Captain war, und im heldenhaften Kampf "verloren" ging. Wie alle, die den Film gesehen haben, wissen, hatte sich Norad nur selbst aus dem Schiff katapultiert, als er am Auslöser des Schleudersitzes zog (Zitat: ...wieso Schleudersitz...?) Am Ende des Films wird Norad wiedergefunden und bekommt die Highlander zurück. Deswegen auch "The Return of Captain Norad". Der Titel ist angelehnt an all die schlechten Filme der 50er und 60er Jahre, in denen ständig irgendwas oder jemand "returnte". Vampire, Monster, Helden oder Kapitäne. In diesem Fall eben Norad... Die Dreharbeiten waren alles in allem eine große Party. Drehzeit nicht erwähnenswert (ich glaube sowas um die 5 - 6 Tage alles in allem), technischer Standard nicht vorhanden aber wir hatten viel Spaß. Denn noch mal: Niemand konnte auch nur Ansatzweise ahnen, was daraus werden sollte... Wir waren der Meinung, der Film würde einmal auf der FedCon3 laufen und das wäre es dann gewesen. Weit gefehlt. Als der Film am Samstag Abend gezeigt wurde, waren anfangs so um die 500 Leute im Saal. Während der Vorstellung aber gingen ständig die Saaltüren auf und zu. Das ärgerte mich unheimlich, dachte ich mir doch "die sollen gefälligst vorher rausgehen und nicht ständig die Vorstellung stören". Dachte ich... Tatsache war, daß die Leute rausgingen um die anderen, die vorher den Saal verlassen hatten, wieder reinzuholen! Am Schluß war der Saal voll und ich am Ende. Bei mir sieht das folgendermaßen aus. Bis zum Beginn einer Vorführung bin ich die Ruhe in Person. Das hält an, bis die TNX-Intro durch ist. Dann sind meine Nerven weg. Ich sehe dann nur noch was schlecht ist. Die Geste hier, ein Knackser im Ton da und überhaupt ist dies alles hier viiiiel zu schlecht um es irgendjemandem zu zeigen. Im selben Moment, wenn der Film durch ist ñ sprich: noch vor den Bloopers - bin ich wieder die Ruhe in Person. Auf die Bühne zu gehen und dann Ansprachen zu halten macht mir dann eigentlich nur noch Spaß. Zugegeben, am Anfang war ich natürlich tierisch aufgeregt. Aber meine erste Premiere, bei der ich eine Ansprache hielt war 1975 - bei einem selbstgedrehten Star Trek Video. Ich war 14 Jahre alt und spielte (mit Pappdeckelohren) - Spock... Ich war überzeugend in der Rolle! Dachte ich jedenfalls... Ich hielt von da an regelmäßig Ansprachen bei Premieren. Diese Premieren fanden natürlich vor wesentlich weniger Zuschauern statt. Die erste Premiere hatte ganze 8 Zuschauer, die zweite und dritte bis rauf zur fünften hatten so um die 10 - 15. Die Premieren wurden größer. Damals war eine Premiere mit 30 Leuten eine Mega Veranstaltung, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt. Dann kamen Vorstellungen und Ansprachen vor 70 - 100 Personen und mehr. Vielleicht könnt ihr euch jetzt vorstellen, daß es mir mittlerweile ziemlich egal ist, ob ich vor 3000 oder 30000 Leuten auftrete. Jedenfalls kam dann irgendwann das Fernsehen und... der zweite Teil "Ruler of the Universe". Hatte der erste Teil Spaß gemacht, so war der Dreh für den zweiten Teil blanker Horror. Der Erfolgsdruck war unwahrscheinlich. Alle Welt sagte "das war eine Eintagsfliege - das bekommen die nicht mehr hin". Fast hätten diese Stimmen recht behalten. Aber nur fast. Das große Problem bei H2 war, daß alle Mitwirkenden - allen voran ich - versuchten, es noch viel besser zu machen. Und genau das war der Fehler. Uns war die Lockerheit verloren gegangen, die Fähigkeit, offen auf die Sache zuzugehen. Die "Sehen wir einfach mal" Einstellung war weg. Die Dreharbeiten zu H2 waren vor allem durch Nervosität und Hektik geprägt. Sicher - auch diese Dreharbeiten hatten ihre Höhepunkte. Aber es sah nach H2 tatsächlich eine Zeit lang so aus, als ob H2 der letzte "H" Film sein sollte. Hinter den Kulissen entrollten sich zum Teil abnorm peinlich dumme Eifersüchteleien, wer wie oft im Bild erscheinen dürfe. Ich bekam Anfragen wie z.B. "Ich hätte gerne eine Szene, in der auf meinen Charakter eingegangen wird, in der ich souverän und überlegen wirke und die Humor hat. Aber den Gag nicht auf meine Kosten. Die Szene an sich soll witzig sein, ohne mich dumm dastehen zu lassen". Noch Fragen? Mit derartigen Begleiterscheinungen hatte ich bei H2 zu tun. Nicht sehr schön. Es gab aber auch Rückschläge bei H2, die fast alles zerstört hätten, z.B. die schöne Klingonenszene. Die wurde zweimal gedreht und dreimal aufgebaut. Der erste Dreh fand in einer leeren Werkshalle von MAN statt. Glaubt's oder glaubt's nicht - die Außen (und da innen keine Heizung war auch Innen-)Temperatur betrug 13 Grad minus!!! Noch mal: 13 Grad Celsius unter null. Wir hätten uns fast die Ärsche abgefroren. Die Stimmung war aber trotz allem gut und wir hatten ebenfalls eine Menge Spaß. Der Dreh dauerte knapp14 Stunden und alles gedrehte Material von der Bankettszene war - unbrauchbar... Alles von vorn bitte! Dieser Dreh war das erste mal daß Jojo und Gernot alleine die Kamera hatten. Die Aufregung war groß, die Finger waren kalt und die Aufnahmen entweder grünstichig, unscharf oder beides. Sinnigerweise war dies der erste Drehtag für H2 und es sah nicht gut aus. Die Stimmung war - sagen wir mal - am Kippen. Wir bauten zwei Wochen später wieder alles auf - eine freundliche Anwohnerin drohte, die Feuerwehr zu holen, da wir keine offizielle Drehgenehmigung hatten. Also: Wieder alles abbauen. Die Rettung kam in Form von Burki, der uns in letzter Minute einen Raum besorgte. In einer Kaserne in Starnberg. Gottseidank... Jedenfalls war auch H2 irgendwann zu Ende. Die Premiere war ein großer Erfolg, und schon ging es an H3! Im dritten Teil wurde der neue Erste Offizier vorgestellt. War Dominik Heger im ersten und zweiten Teil noch Chefarzt, so war er jetzt plötzlich der Erste Offizier. Aufgefallen ist das irgendwie den Wenigsten. Eigentlich war Dominik schon der dritte 1. Offizier, denn der erste 1. Offizier war, wie schon gesagt, Andrea. Die hatte sich übrigens zwischenzeitlich spitze Ohren angeklebt und ein " T' " vor das "Myota" gesetzt. Jedenfalls hatte sie das Amt des Ersten an Gunda Wegener übergeben, die in den ersten beiden Filmen den 1WO (Erster Wach-Offizier) gab. Der dritte Teil hatte auch diverse Schwierigkeiten. So wurde auch hier die gesamte Opening mit den Außerirdischen zweimal gedreht. Ursprünglich war es der klingonische Anführer aus dem zweiten Teil, der die Highlander besuchen sollte. Aber da Paramount die Klingonen hatte schützen lassen, mußten wir - gezwungenermaßen - alles noch mal machen. Mit selbst erdachten Aliens. In ein paar kurzen Szenen tauchte ein Fähnrich auf, Fähnrich Vesk..., der dann im vierten Teil schon 1. Offizier war. Auch hier: ...was für eine Karriere...! Lustige Kleinigkeiten am Rande waren hier z.B. das wir Kris drei Kissen unter den Hintern schieben mußten, damit sie im Captain's Chair nicht zu verloren aussah. Die Dreharbeiten zu H3 liefen wesentlich besser als die zu H2! Was die Technik anging waren wir auch schon einen Schritt weiter. Hatten wir in H1 gar keine Technik (und wenn ich ehrlich bin, war sie mir auch scheißegal...), so versuchten wir in H2 alles perfekt hinzukriegen. War natürlich auch nichts. Bei H3 hatten wir eine gute, eine ruhige Mitte gefunden, mit der dann alles ganz gut lief. Ich selbst begann allerdings zu zweifeln. Bestand meine Aufgabe zwar darin, den gesamten Film zu drehen, zu schneiden, die Regie zu führen und zu spielen, so blieb immer nur der Eindruck vom trotteligen, einfältigen Captain Norad. Und das begann, mich zu kränken. Egal wo ich war, hieß es nur: "...Ui, schau! Da ist Captain Norad!" Es ärgerte mich zusehends, daß mich die Menschen direkt mit dieser Figur identifizierten. Von meiner Regiearbeit oder dem Drehbuch sagte keiner was. Die andere Seite der Medaille war natürlich, daß ich mir selber sagen mußte, daß es eine Menge Menschen gibt, die froh wären, einmal in der U-Bahn, im Kaufhaus oder sonstwo um ein Autogramm gebeten zu werden. Vielleicht schwingt in diesen Worten ein bißchen Größenwahn mit. Weiß ich nicht. Aber ist es eben so. Punkt. Ich begann also, Captain Norad in einem gänzlich anderen, nicht mehr so positiven Licht zu sehen. Norad wurde für mich sowas wie der viel zitierte Geist, den ich nicht mehr loswerden konnte. Ich beschloß, nach H3 erstmal eine Pause zu machen. Wohlgemerkt...Pause! Es wird immer wieder behauptet, ich hätte gesagt, daß nach H3 Schluß sei. Es gibt immer wieder Leute die besser wissen als man selbst, was man gesagt haben soll - so auch in meinem Fall - aber bitte. Ich wollte eine Pause machen. Dazu kam es aber nicht. Die Highlander kam erst richtig in Fahrt. So auch Paramount. Die sympathische Firma aus den Staaten wollte das gesamte Projekt schlicht verbieten, bzw. mich auf eine Million US Dollar verklagen! Ich war danach total erschüttert und verbittert und wollte alles hinschmeißen. Letztendlich endete alles in einem Vergleich. Wir kamen zu einer Einigung. Ich mußte Paramount eine "Entschädigung" bezahlen und alles war in Butter. Die waren wir los! Hier sei gesagt, daß mich genau zwei Personen (finanziell!) unterstützten. Martin und vor allem Burki! Der Weg für H4 war frei! Dazu sagte ich dann tatsächlich, daß dies der letzte Teil sei. Und ich war auch der festen Überzeugung, daß er es werden würde! Es sollte nur eine wirklich große Änderung geben: Captain Norad sollte unter anderem ernsthafte Auftritte bekommen. Ein Konzept, welches von vielen Leuten kritisiert und auch für gescheitert erklärt wurde. Andere fanden es sehr gut, daß die Figur mehr Tiefe bekam (Tiefe ist gut - die Figur war über 3 Filme hinweg charakterlich flach wie ein Blatt Papier). Also, mir hat's gefallen! Ein alter Bekannter hatte in H4 einen Auftritt. Captain Stone aus dem ersten Teil der Reihe - mittlerweile Chief Admiral geworden - war wieder da. Und es wird nicht sein letzter Auftritt sein... In H4 feierte dann die Gigantomanie endgültig den Durchbruch: Es gab Animationen, die jeder durchnittlichen Fernsehproduktion das Wasser in die Augen treiben, was ausschließlich der Verdienst von Tobias Richter ist! Alles digital aufgezeichnet und an einem speziellen digitalen Bearbeitungssystem geschnitten und, und, und... Es war zu Ende. Wie hätte man so etwas noch steigern können? Der Entschluß stand wirklich fest! Ich meine, es gab und gibt immer wieder Menschen die (wie vorhin schon mal angesprochen) sowieso immer alles vorher gewußt haben. Egal, ob es um die Anschaffung einer neuen Stereoanlage oder einer Thermoskanne geht. Oder um das Drehen eines Films. Diese Leute werden dich immer mit wohlwollend wissendem Gesicht angrinsen und kein Wort sagen. Aber ihre Blicke... Die sprechen Bände. Es sind sowieso immer dieselben Texte. Alles austauschbar. Die Kernaussage ist nämlich immer die gleiche: "...Ich hab's doch gleich gewußt..." So jemandem zu widersprechen bringt gar nichts. Glaubt es mir... ich habe da Erfahrung. Lange Rede, kurzer Sinn. Captain Norad sollte eingemottet werden. Endgültig. Die Ausstrahlung kam und das Kapitel war beendet. Dann kam die große Frage was denn als nächstes dran sein sollte. Und genau da lag der Hase im Pfeffer. Keine der möglichen Alternativen gefiel mir. Ganz im Gegenteil. Ich hatte mittlerweile, trotz dem immensen Arbeitsaufwand, Gefallen an der Sache Highlander gefunden. Ich hör' sie schon..."wir haben's doch gleich gewußt...". Brrr. Ich spreche nicht von Gefallen an dem ganzen Öffentlichkeitszirkus. Viel mehr an der Tatsache, daß es mittlerweile eine ganze Menge Menschen gab, denen es einen Riesenspaß machte, unsere Filme zu sehen. Menschen, die mir schrieben und sagten, daß sie Captain Norad vermissen werden. Die Figur vermissen, die sie in zum Teil durchgehenden "Highlander-Nächten" zum Lachen gebracht hatte. Die sie wenigstens für kurze Zeit ihre Sorgen und Probleme hatte vergessen lassen. Und diese Figur wollte ich gerade sterben lassen. Von dieser Erkenntnis bis zum Drehbuch von H5 war der Weg nicht weit. Aber es sollte anders sein als in H4. Eine Art "Back to the Roots". Sprich; ich entschloß mich, eine Geschichte zu machen, die wieder (zumindest von der Einfachheit her) an den ersten Teil anknüpfte. Keine Überschwemmung mehr mit Animationen und Effekten. Keine Laufzeit von über einer Stunde. Wozu denn auch? Es hat sich in letzter Zeit ein äußerst übler Trend in Sachen Fanfilm oder Home Video entwickelt: Länger, aufwendiger, teurer und möglichst protzig. Was soll ich sagen? Sollen die Anderen diesen Wahnsinn mitmachen - ich werd's nicht tun. Das steht in direktem Zusammenhang zur Entstehung von H5. Nur (ich hoffe gute!) Blödelei und eine nette Story. Keine übertriebene Dramatik mehr und vor allem keine Gigantomanie mehr. Die Zeiten sind vorbei. Wenn man nun all dies zusammenaddiert, erhält man ziemlich genau die Beweggründe, die mich treiben, H5 zu machen. Keine Öffentlichkeit. Keine Medien, keine Videoveröffentlichung. Ihr habt schon richtig gelesen... Es steht noch nicht mal fest, ob es H5 überhaupt je auf Video geben wird. Lassen wir uns also überraschen. Aber genug von H5 - gehen wir noch mal zurück zu H4. Genauer zu den Szenen, die zwar gedreht, aber nie gezeigt wurden. Am Anfang wäre eine Szene gekommen, die - in Anspielung auf den dritten "BATMAN" Film - in reißerhaften Einstellungen zeigte, wie sich Norad auf den Einsatz vorbereitet. Wenn ihr wissen wollt wie, dann seht euch Batman Forever an, okay? Im Hintergrund der Butler Alfred - in diesem Fall der Erste Offizier Vesk, der Norad fragt, ob er noch was trinken will. Dieser entgegnet mit steinerner Miene, daß er ihm was abfüllen soll. Er wird unterwegs was trinken. Oder die Szene mit Captain Norad und den fünf Frauen im Bikini am Pool, die wegen der komplizierten Dialoge mehrere mal gedreht werden mußte, und... aber lassen wir das. Was ebenfalls nicht zu sehen war, ist eine Szene, in der Norad und T'Para in der Gangway auf eine Frau im Bademantel treffen, die eine "Baywatch"-Rettungsboje bei sich trägt. Eine echte, wohlgemerkt! Keine Imitat Spielzeugboje! Sie geht zügig an beiden vorbei, und beachtet Norad nicht. Das Bild verschwimmt, und sie kommt ihm im Bikini entgegen. Zwar immer noch mit Boje, aber bedeutend interessierter. Bis T'Para Norad mit einem unsanften Piekser in die Backe in die Wirklichkeit zurück holt. Zum Schluß will ich noch ein Geheimnis lüften. Norad's berühmtes Zitat "Voller Schub". Dieser Ausspruch war zuerst nur eine Hommage an den Film "2010 - Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen", die Fortsetzung von "2001 - Odyssee im Weltraum". Der zweite Teil ist sowieso wesentlich besser als der erste (entschuldige, Martin) [Aber bitte sehr! Anm. d. Red.] Es gibt im zweiten Teil - der wirklich besser ist als der erste [okay, Robby, jetzt wissen wir's!; Anm. d. Red] - eine Szene, ziemlich am Schluß der Geschichte, in denen die Raumschiffe Discovery und Leonov zusammengekoppelt werden. Die Discovery übernimmt die erste Brennstufe, um später abgeworfen zu werden. Die besagte Szene sieht so aus, daß der Rechner der Discovery - HAL - den exakten Zündungszeitpunkt errechnet hat und die Zündung auf den Bruchteil einer Sekunde exakt auslöst. Es herrscht Totenstille und die ruhige Stimme von HAL meint völlig tonlos: "...Voller Schub...". Daraufhin bricht in den Triebwerken der Discovery das flammende, brüllende Inferno los. Dieses lappige "Energie..." hat mich noch nie sonderlich begeistert. Deshalb also...voller Schub. Das war's. Ich fürchte, mehr kann ich nicht sagen bzw. schreiben. Eines vielleicht noch. Die Highlander ist mittlerweile eine Art Legende geworden. Aber man darf nie vergessen, wer hinter dieser Legende steht. Nämlich all die Leute, die in den vielen Jahren ihren Beitrag zur Entstehung und das Fortdauern der Highlander geleistet haben. Viele davon sind schon längst nicht mehr dabei, so werden euch Namen wie Avarna, Nairal, Kor oder Sito wenig sagen. Es waren wirklich viele, die ich kennen zu lernen die Ehre hatte. Aber eines wird immer fortbestehen. Egal wieviel Krisen oder Probleme es noch geben wird - das Team wird überleben. Wer weiß, vielleicht gibt es eines Tages sogar Highlander - The Next Generation...? Meinen Dank und Respekt für die viele Arbeit an H&A für Martin [Aber das wäre doch nicht nötig gewesen; Anm. d. Red.], an Tanja für ihre tollen Covers und an alle diejenigen, die mit ihren Artikeln geholfen haben, etwas auf die Beine zu stellen. Ich finde es zwar furchtbar schade, daß die Geschichte hier enden soll, aber meine Ansichten dazu habt ihr vielleicht schon im Vorwort gelesen. Wenn nicht - lest das Vorwort! Mit Captain Norad habe ich mich übrigens zwischenzeitlich arrangiert. Er ist jetzt nicht mehr ständig bei mir. Wir treffen uns ab und zu zum Tee. Dann sitzen wir in der Küche, jeder seine Tasse vor sich, eine oder zwei Kerzen brennen und wir unterhalten uns über alles mögliche. Dabei hat sich mir im Laufe unserer Gespräche eine Frage aufgedrängt... Ist Norad vielleicht doch nicht so dumm und tolpatschig wie er sich immer gibt? Robby Amper |